Veränderung in Organisationen: Wenn der Schmerz der Anfang ist

von | Apr. 30, 2021 | Business | 0 Kommentare

Der Schmerz, den wir jetzt fühlen

Es gibt einen Satz, der es auf den Punkt bringt: Der Schmerz, den wir jetzt fühlen, kommt von etwas Altem, das stirbt, während etwas Neues geboren wird. Ein faszinierender Prozess, wenn aus Frust und Erschöpfung langsam positive Motivation erwächst. Doch für echte Veränderung muss oft erst Schmerz entstehen.

Wer kennt das nicht? Routinierte Aufgaben, endlose Meetings, lange Entscheidungswege. Irgendwie geht nichts richtig vorwärts. Alle kennen die Probleme, keiner will sie so richtig lösen. Oder hat den entsprechenden Freiraum, es zu tun.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Laut einer Studie der Pronova BKK halten sich 61 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland selbst für Burnout-gefährdet. Das ist ein Anstieg um elf Prozentpunkte gegenüber 2018. Die Hauptursachen? Überstunden (34 Prozent) und ständiger Termindruck (32 Prozent). Hinzu kommen ungleiche Verteilung der Arbeitslast, permanente Erreichbarkeit und zu viel Bürokratie.

Die Auslastung der meisten Mitarbeitenden und Führungskräfte liegt weit über den berühmten 100 Prozent. Wo sollen da noch kreative Ideen herkommen? Wo bleibt der Raum für Weiterentwicklung?

Die Mitarbeitenden kennen die Probleme am besten

Hier liegt das Paradox: Die Menschen, die täglich mit den Problemen arbeiten, haben oft die besten Lösungsideen. Aber sie haben gelernt, kreativ drumherum zu arbeiten, anstatt die Ursachen zu beseitigen. Denn würde die entsprechende Führungskraft und die Organisation einer Lösung den Raum geben, die sie braucht?

Das Drumherum-Arbeiten ist längst zur Routine geworden. Workarounds werden vererbt, Prozesse werden nicht hinterfragt, und das Hamsterrad dreht sich weiter.

Die dringenden Fragen

Warum geben wir nicht allen Mitarbeitenden und uns selbst mehr Zeit bei der Bearbeitung der Aufgaben? Warum schaffen wir keine Räume, die die Weiterentwicklung der Aufgaben ermöglichen, anstatt sie nur stupide abzuarbeiten?

Das sind keine rhetorischen Fragen. Es sind dringende Fragen, die beantwortet werden müssen. Nur dann bringen wir Organisationen und Unternehmen, aber vor allem Menschen, auf ihrem Weg voran, anstatt im Stillstand zu verharren.

Was es braucht

Die Berge von Arbeit sind zu bewältigen. Aber nicht mit noch mehr Druck und noch längeren Arbeitszeiten. Sondern mit:

  • Ausreichenden Ressourcen, die realistisch zu den Aufgaben passen
  • Freiräumen für kreatives Denken und Problemlösung
  • Vertrauen in Menschen und ihre Fähigkeiten

Dann tut der Schmerz, den es noch zu überwinden gilt, auch gar nicht mehr so weh.

Weiterführende Lektüre

Wer sich tiefer mit dem Thema beschäftigen möchte, dem empfehle ich den Klassiker Reinventing Organizations von Frederic Laloux. Das Buch gilt als Grundlagenwerk der New-Work-Bewegung und zeigt anhand von zwölf Unternehmen, wie sinnstiftende Zusammenarbeit ohne klassische Machthierarchien funktionieren kann. Die drei Kernprinzipien: Selbstmanagement, Ganzheitlichkeit und evolutionärer Sinn.

Mehr Informationen zum Buch: reinventingorganizations.com

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Quellen:

Pronova BKK, Studie zu Burnout-Gefährdung, Februar 2024

Laloux, Frederic: Reinventing Organizations, 2015

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