Man braucht Menschen, die anders denken als man selbst. Deshalb war der perfekte Mensch, mit dem ich eine Firma gründen konnte, mein Mann.
Das klingt nach einem Rezept für Chaos. Aber nach fast acht Jahren gemeinsamer Selbstständigkeit wissen wir: Es funktioniert. Nicht trotz unserer Unterschiede, sondern wegen ihnen.
Warum Unterschiede kein Problem sind
Laut einer Studie des RKW Kompetenzzentrums scheitern 60 Prozent der Teamgründungen am Team selbst – nicht an der Idee, nicht am Geld, nicht am Standort. Die häufigsten Gründe: unklare Rollenverteilung, fehlende Kompetenzen und mangelnde Kommunikation.
Die gleiche Studie zeigt aber auch: Gründungen funktionieren besser, wenn die Partner unterschiedliche fachliche Kompetenzen mitbringen. Das deckt sich mit unserer Erfahrung.
Alex ist Wirtschaftsingenieur und Projektmanager. Er denkt in Prozessen, quält Excel-Tabellen und behält bei komplexen Projekten den Überblick. Ich bin die Kauffrau mit über 20 Jahren Office-Erfahrung. Ich kümmere mich um Kundenbeziehungen, Tools und alles, was mit Organisation zu tun hat.
Das ergänzt sich nicht nur fachlich. Es sorgt auch dafür, dass wir Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Wo ich intuitiv handle, fragt Alex nach den Zahlen. Wo er sich in Details verliert, bringe ich das große Bild zurück.
Was wir gelernt haben
Acht Jahre Zusammenarbeit als Ehepaar und Geschäftspartner haben uns einiges gelehrt. Hier die wichtigsten Erkenntnisse:
Klare Zuständigkeiten schaffen. Wer macht was? Diese Frage muss eindeutig beantwortet sein. Nicht weil wir uns nicht vertrauen, sondern weil Klarheit Konflikte verhindert. Bei uns weiß jeder genau, wofür er verantwortlich ist – und wofür nicht.
Arbeit und Privates trennen. Das ist leichter gesagt als getan, wenn das Büro im Wohnzimmer steht. Aber es ist wichtig. Wir haben feste Zeiten, in denen wir über die Firma reden – und Zeiten, in denen das Thema tabu ist. Sonst wird jedes Abendessen zum Strategiemeeting.
Unterschiede nutzen, nicht bekämpfen. Es ist verlockend, den anderen von der eigenen Sichtweise überzeugen zu wollen. Aber genau das wäre ein Fehler. Die unterschiedlichen Perspektiven sind unsere größte Stärke. Ingenieur trifft auf Kauffrau – das bedeutet bessere Entscheidungen, nicht mehr Streit.
Kommunikation ist alles. Als Paar kennt man sich gut. Manchmal zu gut. Man denkt, der andere wüsste schon, was man meint. Tut er aber nicht immer. Geschäftliche Dinge müssen ausgesprochen werden – klar, direkt und vollständig.
Die Beziehung hat Vorrang. Bei allem unternehmerischen Ehrgeiz: Wenn die Firma die Ehe gefährdet, stimmt etwas nicht. Wir haben gelernt, rechtzeitig auf die Bremse zu treten. Kein Auftrag ist wichtiger als das, was wir außerhalb der Arbeit haben.
Was uns verbindet
Bei allen Unterschieden gibt es einen gemeinsamen Nenner: Uns liegt strukturiertes Arbeiten am Herzen. Prozesse optimieren, sinnvolle Abläufe schaffen, Menschen und Unternehmen voranbringen – das treibt uns beide an.
Ohne diese gemeinsame Basis würde es nicht funktionieren. Unterschiedliche Kompetenzen sind wichtig, aber die Werte müssen stimmen. Wer völlig verschiedene Vorstellungen davon hat, wie ein Unternehmen geführt werden soll, wird auch als Paar scheitern.
Ist das etwas für jeden?
Ehrlich gesagt: Nein. Mit dem Partner zu gründen ist nicht für alle die richtige Wahl. Es erfordert eine stabile Beziehung, die Fähigkeit zur Trennung von Rollen, und die Bereitschaft, auch unbequeme Gespräche zu führen.
Wer das mitbringt, hat aber einen echten Vorteil: Vertrauen. Das muss man sich bei fremden Geschäftspartnern erst aufbauen. Wir hatten es von Anfang an. Wir wussten, dass wir als Team funktionieren – das hatten wir in unserem gemeinsamen Leben längst bewiesen.
Du überlegst, mit jemandem zu gründen?
Ob mit Partner, Freunden oder allein – der erste Schritt ist immer der schwierigste. Wenn du Unterstützung bei Struktur und Organisation brauchst, sind wir für dich da. In einem kostenfreien 30-Minuten-Gespräch schauen wir gemeinsam, wo du stehst.
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