Vom Widerstand zur Handlungsfähigkeit

von | Dez. 28, 2021 | Business, Entwicklung | 0 Kommentare

70 Prozent scheitern. Und dann?

Veränderung ist das neue Normal. Neue Software, neue Prozesse, neue Strukturen. Doch die Zahlen ernüchtern: Laut einer McKinsey-Studie erreichen 70 Prozent aller Change-Projekte ihre Ziele nicht. Der Hauptgrund: Widerstand der Mitarbeitenden und mangelnde Führungsunterstützung.

Noch alarmierender: Waren 2016 noch 74 Prozent der Beschäftigten bereit, organisatorische Veränderungen zu unterstützen, sind es heute nur noch 38 Prozent. Die Bereitschaft, Neues mitzutragen, hat sich halbiert.

Freiwillig oder unfreiwillig – der entscheidende Unterschied

Es gibt zwei Wege, die Komfortzone zu verlassen: freiwillig oder unfreiwillig. Und dieser Unterschied bestimmt, wie wir mit der Veränderung umgehen.

Freiwillige Veränderung fühlt sich oft gar nicht unbequem an. Du hast dich entschieden, etwas Neues zu wagen. Vielleicht eine Weiterbildung, ein neues Projekt, ein beruflicher Wechsel. Du hast einen Plan, Vertrauen in dich – und los geht’s.

Unfreiwillige Veränderung trifft dich anders. Ein Jobverlust, eine Umstrukturierung, neue Führungskräfte, veränderte Anforderungen. Das Vorgehen, das du über Jahre perfektioniert hast, ist plötzlich nicht mehr gefragt. Die neue Software wird eingeführt, ob du willst oder nicht.

Hier setzt etwas anderes ein: Kontrollverlust, Unsicherheit, manchmal auch Angst.

Die Veränderungsmüdigkeit ist real

Fachleute nennen es Change Fatigue: die Erschöpfung durch zu viele, zu schnelle oder schlecht gestaltete Veränderungsprozesse. Laut einer Studie der TU Dresden leidet ein Drittel der deutschen Arbeitnehmenden unter dieser Veränderungsmüdigkeit.

Das Problem verschärft sich: Mitarbeitende erleben heute durchschnittlich zehn tiefgreifende organisatorische Veränderungen pro Jahr. 2016 waren es erst zwei. Gleichzeitig ist die Fähigkeit, mit Veränderungen umzugehen, um 50 Prozent gesunken.

Die Folgen sind messbar: sinkende Produktivität, höhere Krankenstände, steigende Fluktuation. Unternehmen mit ausgeprägter Veränderungsmüdigkeit verzeichnen bis zu 30 Prozent geringere Produktivität während laufender Change-Projekte.

Was wirklich hilft: Vom Panikmodus zur Handlungsfähigkeit

Wenn die Veränderung unfreiwillig kommt, ist blinder Aktionismus selten eine gute Idee. Stattdessen helfen strukturierte Schritte:

Erst durchatmen, dann analysieren. Nimm die Situation an, tritt einen Schritt zurück. Aus der Distanz wirken Dinge oft weniger bedrohlich. Was genau hat sich verändert? Was bedeutet das konkret für deine Arbeit?

Informationen sammeln. Sprich mit Kollegen, frag Experten, recherchiere. Viele Ängste lösen sich auf, wenn man die Fakten kennt. Der böse Brief vom Finanzamt? Ein Anruf bei der Steuerberatung klärt oft mehr, als tagelang zu grübeln.

Aufschreiben, was dich beschäftigt. Alles auf Papier bringen – ohne Bewertung. Dann priorisieren: Was ist wirklich wichtig? Was kannst du beeinflussen? Wo brauchst du Unterstützung?

In kleinen Schritten vorankommen. Niemand besteigt einen Berg an einem Tag. Teile große Aufgaben in handhabbare Häppchen. Jeder kleine Erfolg stärkt das Vertrauen, dass du die Situation meistern kannst.

Hilfe holen ist keine Schwäche

Studien zeigen: Mitarbeitende akzeptieren Veränderungen eher, wenn sie an deren Gestaltung beteiligt werden. Aber auch das Gegenteil gilt: Wer sich allein gelassen fühlt, widersteht.

Selten bist du der erste Mensch mit diesem Problem. Es gibt Kollegen, die vor ähnlichen Herausforderungen standen. Es gibt Experten, die sich auf genau diese Situationen spezialisiert haben. Es gibt externe Unterstützung, die dir den Rücken freihält, während du dich auf das Wesentliche konzentrierst.

Niemand muss alleine durch seine Angstzone.

Von der Angstzone in die Wachstumszone

Wenn du wieder handlungsfähig bist, wenn das Vertrauen in deine Fähigkeiten zurückkehrt, passiert etwas Interessantes: Die Schwierigkeiten verwandeln sich von Problemen in Aufgaben. Von Bedrohungen in Herausforderungen, die du lösen kannst.

Das ist die Lernzone. Und mit jeder gemeisterten Veränderung stärkst du deine Resilienz – die Fähigkeit, auch beim nächsten Mal nicht aus der Bahn geworfen zu werden. Das nächste Mal ist es nur noch halb so schlimm.

Veränderung braucht manchmal Entlastung

Gerade wenn sich beruflich viel verändert, hilft es, Routineaufgaben abzugeben. Wer weniger Energie für E-Mails, Termine und Dokumentation aufwenden muss, hat mehr Kapazität für die eigentlichen Herausforderungen.

In einem kostenfreien 30-Minuten-Gespräch schauen wir gemeinsam, wo du stehst und wie wir dich in dieser Phase unterstützen können.

Jetzt Gespräch buchen: calendly.com/hallo-56/vorgesprach-30-minuten

Quellen:

McKinsey, Change Management Studie

TU Dresden, Studie zu Change Fatigue in Deutschland, 2024

Gartner, Workforce Change Survey, 2022

Das könnte dir auch gefallen

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner