Komfortzone verlassen

Was ist eigentlich die Komfortzone und wieso müssen wir sie verlassen?

Was sagt denn Wikipedia dazu?




„Der populärwissenschaftliche Begriff Komfortzone beschreibt einen individuellen Bereich des privaten oder gesellschaftlichen Lebens, der durch Bequemlichkeit und Risikofreiheit geprägt ist. Komfortzone wird alltagssprachlich oft leicht abwertend gebraucht, das Verlassen dieser ist positiv konnotiert.“

Leichter gesagt als getan? Auf jeden Fall !!

Denn nach dem Komfort kommt meistens die Angst, kommt meistens das Lernen.

Aber wie verlässt man eigentlich diese Komfortzone?

Es gibt zwei Möglichkeiten, entweder freiwillig oder unfreiwillig.

Wenn du dich verändern willst, dich entwickeln willst, etwas anpacken, dann verlässt du sie freiwillig.

Eventuell lässt du Ängste und Bedenken schnell hinter dir, weil du Lust auf Veränderung hast.

Hast Vertrauen in dich und einen Plan und los geht’s!

Eigentlich fühlt sich das auch überhaupt nicht unangenehm an oder als hättest du irgendeinen Komfort verlassen.

Wenn das aber unfreiwillig passiert, zum Beispiel durch einen Jobverlust, eine Pandemie oder durch langsamere Entwicklungen, wie Veränderungen in der Technologie oder Umstrukturierungen im Unternehmen, dann kann sich das ganz schön unangenehm anfühlen:

Du hast dir das nicht freiwillig ausgesucht und stehst ganz häufig vor vollendeten Tatsachen.

Es wurde einfach HomeOffice angeordnet, das von dir erlernte Vorgehen ist nicht mehr aktuell, die neue Führungskraft mag dich nicht oder erwartet viel mehr von dir als früher?

Hier setzt schnell Angst und Kontrollverlust ein, du wanderst in die Angst- oder sogar Panikzone. Bist im Überlebenskampf.

Und was nun? 

Auch beim freiwilligen Verlassen der Komfortzone können Schwierigkeiten in die Angstzone führen. Nicht alles funktioniert so, wie du dir das vorgenommen hast. Eventuell reibst du dich an äußeren Limitierungen. Vielleicht kommt etwas ungeplantes dazwischen.

Dann kannst du entscheiden wieder in die Komfortzone zurückzugehen (schöner wäre natürlich, wenn du weitermachst 😊).

Beim unfreiwilligen Verlassen  ist ein „Abbruch“ aber meistens nicht möglich. Du musst also eine andere Entscheidung treffen.

Natürlich kannst du die Situation verleugnen, ablehnen und verdrängen, aber langfristig wird das nicht gut funktionieren. Das ändert nichts an der Ausgangslange.
Da du dich im Panikmodus befindest, könnte „blinder“ Aktionismus die Situation nur noch schlimmer machen.

Jetzt einfach IRGENDWAS machen, ist selten empfehlenswert.

Deshalb…erstmal tief durchatmen !

Nimm erst einmal die Situation an und akzeptiere sie. Und dann tritt einen Schritt zurück. Manchmal wirken die Dinge nur halb so schlimm, wenn wir sie aus der Ferne betrachten und nicht von Nahem. Jetzt ist Zeit für Reflektion.

Was macht dir wirklich Angst?

Welche Fragen hast du?

Welche Sorgen beschäftigen dich?

Jetzt geht es an die Bewertung. Sind deine Sorgen denn wirklich berechtigt? Ist das gerade einfach anerzogenes Verhalten oder hast du einen tatsächlichen Grund für deine Angst?

Manchmal hilft es an diesem Punkt sich zu informieren. Sprich mit anderen, online oder offline. Recherchiere ein bisschen, frag Experten.

Du hast einen bösen Brief vom Finanzamt bekommen und bist im Panikmodus? Ruf die Steuerberaterin an oder einfach direkt beim Finanzamt nach. Niemand kann dich durchs Telefon beißen und häufig reagieren die Menschen auf Rückfragen einfach nur hilfsbereit.

Vielleicht hast du nun gelernt, es ist gar nicht so schlimm. Vielleicht bist du jetzt schon wieder handlungsfähig. Vielleicht aber auch nicht.

Jetzt ran an den Stift und los !

Schreibe auf, was dich alles in dieser Situation oder zu diesem Problem beschäftigt. Mach ein richtiges Brainstorming, bewerte nichts. Alles muss raus.

Jetzt erst bewerten. Wie wichtig sind die Probleme? Was könnten Lösungen sein?

Was kannst du alleine lösen, wo brauchst du Unterstützung? Und durch wen?

Damit hast du eigentlich schon priorisiert, stehst kurz davor Aufgaben zu delegieren und bist bereits in einem geplanten Aktionismus.

Arbeite in Babysteps. Niemand besteigt einen hohen Berg an einem Tag (okay, ein paar Verrückte gibt es immer 😊).

Die Aufgabe die vor dir liegt, wird wesentlich „schaffbarer“, wenn sie in appetitliche Häppchen aufgeteilt ist.

Wo ist Hilfe?

Viele Menschen denken, sie müssten alle Probleme alleine lösen. Ob beruflich oder privat.

Das ist aber schlicht nicht wahr. Es gibt Expertinnen und Coaches, Kollegen und Kolleginnen, die schon vor den gleichen Schwierigkeiten standen. Selten bist du der erste Mensch, der dieses Problem hat.

Hole dir diese Hilfe. Niemand muss alleine durch seine Angstzone.

Und dann?

Wenn du dich fühlst, als wärst du wieder handlungsfähig und wenn dein Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten wieder hergestellt ist, bist du in der Lernzone angekommen. Herzlichen Glückwunsch !!

Manche Sachen sind noch unklar, es gibt Entscheidungen die noch getroffen werden müssen – aber du bist auf einem guten Weg.


Jetzt wirken die Schwierigkeiten nicht mehr wie Probleme, sondern als Herausforderungen die du lösen kannst. Jetzt sind es Aufgaben, die einfach nur erledigt werden müssen.

Du hast eine positive Erfahrung gemacht und gelernt, dass du die Angstzone überleben kannst. Das nächste Mal, ist es nur noch halb so schlimm.

Gleichzeitig hast du hierbei deine Resilienz gestärkt. Das Vertrauen in dich und deine Fähigkeit Probleme zu lösen, ist gestärkt.

Willkommen in der Wachstumszone !!

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