Für die erste Folge deines Podcasts hast du dir viel Zeit genommen. Du hast das Thema über Wochen vorbereitet, die Technik ausprobiert und die Aufnahme mehrmals angehört, bevor du sie veröffentlicht hast. Die zweite und dritte Folge waren zum Start auch schon fertig. Schwierig wird es meistens bei der vierten Folge, weil sie in eine ganz normale Arbeitswoche fällt, mit Kundenterminen, Abgabefristen und allem, was sonst noch anliegt. Dann wird die Aufnahme erst auf die nächste Woche verschoben und danach auf die übernächste.
Dass das kein Einzelfall ist, zeigen die Zahlen der Podcast-Suchmaschine Listen Notes. In ihrer Datenbank sind rund 3,8 Millionen Podcasts erfasst. Aktivität in diesem Jahr verzeichnet Listen Notes aber nur bei etwa 572.000 davon. Das ist ungefähr jeder siebte Podcast.
Was eine Podcast-Folge wirklich an Arbeit macht
Wer an die Aufnahme einer Podcast-Folge denkt, hat meistens die 30 oder 40 Minuten vor Augen, in denen man vor dem Mikrofon sitzt und spricht. Der größere Teil der Arbeit passiert aber vor und nach der Aufnahme.
Vor der Aufnahme musst du ein Thema festlegen und dir überlegen, was du dazu sagen willst. Bei einer Interviewfolge kommt dazu, dass du einen Gast anfragst, einen Termin mit ihm findest und ihm vorab schickst, worum es gehen soll. Kurz vor dem Termin prüfst du noch, ob Mikrofon und Aufnahmeprogramm funktionieren.
Nach der Aufnahme wird die Folge geschnitten. Du schreibst Shownotes, also den Text, der in der Podcast-App unter der Folge steht. Du brauchst ein Titelbild, lädst die Folge bei deinem Podcast-Anbieter hoch und schreibst ein paar Beiträge für Social Media, damit deine Hörerinnen überhaupt erfahren, dass es eine neue Folge gibt.
Wenn du dir diese Schritte bei jeder Folge neu überlegen musst, geht dafür schnell ein ganzer Arbeitstag drauf. In den ersten Wochen fällt das kaum auf, weil die Begeisterung für das neue Projekt noch groß ist. Sobald der normale Arbeitsalltag zurückkommt, ist dieser Tag aber oft nicht mehr frei.
Woran du merkst, dass dir ein fester Ablauf fehlt
Ein fehlender Ablauf zeigt sich selten auf einen Schlag, sondern an vielen kleinen Stellen. Du schreibst die Shownotes erst am Abend vor der Veröffentlichung, weil du vorher nicht daran gedacht hast. Dein Interviewgast fragt per Mail nach, wann noch mal der Termin war und über welchen Link ihr euch trefft, weil diese Infos nirgends gesammelt sind. Die Idee für eine spätere Folge hast du vor ein paar Wochen in deinen Handynotizen festgehalten, findest sie jetzt aber nicht wieder. Und die Ankündigung auf Instagram lässt du ausfallen, weil es inzwischen zu spät dafür ist.
Jede dieser Situationen ist für sich genommen kein großes Problem. Wenn sie sich häufen, erscheinen deine Folgen aber unregelmäßig, mal am Dienstag, mal am Freitag und manchmal gar nicht. Für deine Hörerinnen ist dann nicht mehr erkennbar, wann sie mit der nächsten Folge rechnen können, und viele hören deshalb irgendwann nicht mehr rein.
Was in einen Podcast-Plan gehört
Einen Podcast zu planen heißt nicht, dass du jede Folge für das nächste halbe Jahr festlegen musst. Es geht vor allem darum, die Schritte, die bei jeder Folge wieder anfallen, einmal aufzuschreiben. Dann musst du nicht jedes Mal überlegen, was alles dazugehört, und kannst dich auf den Inhalt konzentrieren.
- Ein Themenpool, in den du jede Idee für eine Folge schreibst, sobald sie dir einfällt, damit du nicht erst kurz vor der Aufnahme nach einem Thema suchen musst.
- Ein Redaktionskalender, in dem für jede Folge steht, wann sie aufgenommen und wann sie veröffentlicht wird.
- Ein fester Ablauf für Solofolgen und einer für Interviewfolgen, in dem alle Schritte von der Vorbereitung bis zur Veröffentlichung in der richtigen Reihenfolge stehen.
- Eine Gästeverwaltung, in der du für jeden Gast die Anfrage, den Termin, die vorab verschickten Infos und die Freigabe der Folge an einem Ort findest.
- Vorlagen für Shownotes und für die Ankündigungen auf Social Media, die du für jede Folge nur noch mit den passenden Inhalten füllst.
- Zwei bis drei fertige Folgen auf Vorrat, damit du auch in einer vollen Woche pünktlich veröffentlichen kannst.
Wir arbeiten für diese Planung am liebsten mit Trello. Dort bekommt jede Folge eine eigene Karte. Die Karte wandert durch Spalten wie „Idee“, „In Vorbereitung“, „Aufgenommen“ und „Veröffentlicht“, sodass du jederzeit siehst, wie weit jede Folge ist. An jeder Karte hängt außerdem eine Checkliste mit den Schritten, die für diese Folge noch erledigt werden müssen.
Wie oft du eine neue Folge veröffentlichen solltest
Am besten veröffentlichst du so oft, wie du es auch in einem Monat mit vielen anderen Terminen schaffst. Für viele Selbstständige ist eine Folge alle zwei Wochen ein realistischer Rhythmus. Eine Folge pro Woche ist neben dem normalen Geschäft meistens nur machbar, wenn du Unterstützung hast oder mehrere Folgen im Voraus produzierst. Ungünstig ist es, mit einer wöchentlichen Folge zu starten und nach zwei Monaten festzustellen, dass du das Tempo nicht halten kannst. Deine Hörerinnen haben sich dann schon an den Rhythmus gewöhnt und merken sofort, dass er nicht mehr stimmt.
Viel Druck nimmt es dir, wenn du mehrere Folgen an einem Tag aufnimmst. Mikrofon und Licht musst du dann nur einmal aufbauen, und du bist gedanklich schon im Aufnahmemodus. So entstehen an einem Tag zwei oder drei Folgen, die du für die Wochen zurücklegen kannst, in denen du keine Zeit zum Aufnehmen hast.
Wenn du Schnitt und Veröffentlichung abgeben willst
Nicht jede Podcasterin möchte die Technik selbst übernehmen. Schnitt, Shownotes und Upload kann auch eine Podcast-Assistenz für dich erledigen. Wie so eine Zusammenarbeit aussieht, haben wir im Artikel Podcast Assistenz: Damit du dich auf Inhalte konzentrieren kannst beschrieben. Damit eine Assistenz dich wirklich entlasten kann, braucht sie allerdings genau den Ablauf, um den es in diesem Artikel geht. Sonst muss sie bei jeder Folge nachfragen, was als Nächstes zu tun ist, und du sparst kaum Zeit.
Der Podcast Planner von BüroBeast
Wenn du dir diesen Ablauf nicht selbst aufbauen möchtest, kannst du unseren Podcast Planner nutzen. Das ist ein fertiges Trello-Board, das du in dein eigenes Trello-Konto kopierst. Darin findest du Vorlagen für Solo- und Interviewfolgen, eine Gästeverwaltung, Vorlagen für Shownotes und einen Kalender für deine Veröffentlichungen. Falls du dir für den Start deines Podcasts lieber persönliche Unterstützung wünschst, begleiten wir dich auch dabei.
Alle Infos findest du hier: buerobeast.de/podcast-start-mit-struktur



